Insektenschutz ganz ohne Chemie

Der Sommer ist da und wir hatten schon so einige schöne Tage dabei. Damit dieser Sommer nicht zur juckenden Qual wird, habe ich mich mit dem Thema Fliegenspray beschäftigt.

Natürlich vergeht kein Sommer ohne die summenden und stechenden schwarzen Plagegeister. Mücken, Bremsen und auch Zecken sind jetzt wieder voller Blutlust auf unseren Weiden zu finden und auch Fliegen sind hier anzutreffen. Das macht das Ausreiten mit den Plagegeistern nicht gerade zu einem entspannten Ritt der es ja eigentlich sein sollte.

Ja, auch wir besitzen eine Fliegenausreitdecke und eine Fliegendecke für die Weide. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass wir diese auch benutzten. NED schwitzt sehr schnell und da habe ich so meine Probleme ihm da noch etwas über zu ziehen, zumal es die Zecken und Bremsen nicht abhält sich ihren Weg zu bahnen.

Deswegen habe ich im letzten Jahr so einige Fliegensprays getestet. Was da für eine Menge Geld über die Ladentheke ging ist wirklich erschreckend.

Eins war wirklich sehr gut und hat auch zuverlässig über einen längeren Zeitraum, von 8-12 Stunden die Plagegeister von NED abgehalten. ABER die Inhaltsstoffe sind die reinste Chemie, weswegen ich mich wirklich schwer getan habe, diese Chemiekeule weiter zu benutzen. Deswegen musste eine Alternative her.

Da ich nichts passendes gefunden habe was bezahlbar bleibt, da wir in einer Woche gut 500 ml Verbrauchen, habe ich mich im „word wide web“ schlau gemacht und mich belesen, was die Plagegeister überhaupt nicht mögen.

Uuuuuund „trommelwirbel“ ich bin fündig geworden. und möchte mein neu erworbenes Wissen mit euch teilen.

Wer aber sagt, selber machen ist nicht meins und wir brauchen nicht viel von dem Fliegenspray, für den habe ich ganz unten noch einen kleinen Tipp.

Eine Zeit des Testens ging los und ich muss sagen, einige Fliegensprays sind nichts für leere Mägen oder sensible Nasen.

Ätherische Öle gegen die lästigen Plagegeister

Ich habe herausgefunden, dass es eine ganze Reihe ätherischer Öle gibt, die lästige Plagegeister in die Flucht schlagen können. Aber auch hier ist es so, dass man sich ausprobieren muss. Ihr habt bestimmt schon festgestellt, dass jedes Pferd seinen eigenen Geruch hat, weshalb es sein kann, dass ihr in der Rezeptur der Öle variieren müsst. Davon mal ganz abgesehen, ist es sowieso sinnvoll die Rezeptur immer mal wieder abzuwandeln. Denn Mücken und Fliegen gewöhnen sich an Gerüche und dann kann es sein, dass das Mittel vom letzten mal, was so gut gewirkt hat, auf einmal die Tiere nicht mehr abschreckt. Doch achtet bitte immer auf die empfindliche Nase eures Pferdes. Es macht keinen Sinn einfach alle Öle zu mischen frei nach dem Motto: „viel hilft viel“.

Ganz wichtig ist auch auf die Reinheit der Öle zu achten! Ich verwende nur naturreine Öle. Bitte verwendet keine chemisch hergestellte oder synthetischen Öle.

Achtung!

Die Öle dürfen nur verdünnt (mit z.B.: Babyöl oder Wasser vermischt) auf der Haut aufgetragen werden, da sie sonst zu Irritationen und Verletzungen führen können.

Folgende Öle dienen zur Insektenabwehr:

  • Zitronenöl
  • Eukalyptusöl
  • Lavendelöl
  • Rosmarinöl
  • Zedernöl
  • Geraniumöl
  • Gewürznelkenöl
  • Zimtöl
  • Thymianöl
  • Teebaumöl

WICHTIGE Punkte bezüglich der Anwendung die eigentlich für jedes Fliegenspray gelten:

Lasst beim sprühen, den Kopf, die Vorderteile und den Intimbereich eures Pferdes aus. Dies sind sehr empfindliche Stellen und da hat kein Fliegenspray etwas zu suchen.

Ihr fragt euch jetzt vielleicht warum die Vorderbiene?
Wenn sich euer Pferd den Kopf juckt, dann meist an den Vorderbeine und so würde das Fliegenspray unter Umständen doch ins Auge gelangen.

Am besten ihr testet bei euren Pferden an einer kleinen Stelle vorab die Verträglichkeit. Pferde können ähnlich wie wir von einigen Flüssigkeiten Allergien oder Hautreizungen bekommen.

Kleiner Tipp: Auch ihr könnt Hautreizungen bekommen, deswegen verwendet beim mischen des Zutaten Handschuhe. Eine kleine Spritze mit einer stumpfen Kanüle, hilft euch das Öl genau zu dosieren.

Wenn euer Pferd mit Sprays so überhaupt nicht klar kommt, könnt ihr die Mischung auf mithilfe eines Schwamms auftragen.

Für die empfindliche Stelle unter dem Bauch empfehle ich euch natives Bio Kokosöl oder Schwarzkümmelöl. Am besten trägt ihr es mit euren Händen oder einem Schwamm auf. Auch das vorher lieber an einer kleinen Stelle testen.

WICHTIG zu wissen: Kokosöl, hat einen sehr niedrigen Siedepunkt. Deswegen sollte an sonnigen Tagen nur unter dem Bauch eingeschmiert werden, da dort die Sonne nicht hinkommt. An solchen Tagen keinesfalls auf die Ohren oder das Gesicht auftragen, da es dann zu schlimmen Verbrennungen kommen kann.

Mit einer Fliegenmaske, die gleichzeitig einen hohen UV Schutz hat, Schütze ich die Augen bzw. den Kopf von NED. Ich habe an unserer Fliegenmaske Fransen gebastelt um die Nüstern zusätzlich vor Sonne und Fliegen zu Schützen. Im Sommer, reibe ich NEDs Nase noch mit Baby sensitive Sonnencreme (Sonnenschutzfactor 50+) ein, damit er keinen Sonnenbrand bekommt. Das aber nur so am Rande. 😉

Ich liste euch jetzt ein paar Möglichkeiten der selbstgemachte Fliegensprays auf, die ich ausprobiert habe und die keine Chemie haben. Also völlig Natural.

Jetzt aber zu den selbst gemachten Fliegensprays:

Nummer 1: Das „Schnell-und-günstig-Fliegenspray“

Als Zutaten benötigt ihr:

  • Wasser
  • Apfelessig (ich habe Bioqualität genommen)
  • Sprühflasche

Zubereitung:

Befülle die Sprühflasche mit je einer Hälfte Wasser und einer Hälfte Apfelessig. Schüttel das ganz gut durch und fertig ist das Fliegenspray.

Der Kostenfaktor liegt hier bei max. 1,50 € für 1 Liter Fliegenspray.

Anwendung:

Schüttel die Flasche vor jeder Anwendung gut durch, sprühe dein Pferd Großzügig ein. Ihr könnt nach dem Einsprühen noch einmal über das Fell bürsten, damit auch wirklich an jeder Stelle etwas ankommt.

Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, es geht aber auch deutlich schlimmer 😉 und das wichtigste es wirkt! Aber es geht noch besser.

Nummer 2: Das „Schnelle-Lavendel-Fliegenspray“

Als Zutaten benötigt ihr:

  • 500 ml Wasser
  • 5 ml Lavenleöl
  • Sprühflasche

Zubereitung:

Befülle die Sprühflasche mit 500 ml Wasser und und 5 ml Lavendelöl. Schüttel das ganz gut durch und fertig ist das Fliegenspray.

Der Kostenfaktor liegt hier bei max. 2,50 € für 1 Liter Fliegenspray.

Anwendung:

Schüttel die Flasche vor jeder Anwendung gut durch, sprühe dein Pferd Großzügig ein. Ihr könnt nach dem Einsprühen noch einmal über das Fell bürsten, damit auch wirklich an jeder Stelle etwas ankommt.

Der Geruch ist sehr angenehm. Für die unter euch, die Lavendel nicht so sehr mögen, ist es eher nicht geeignet. Bei uns wirkt das Spray, hält aber nicht lange an.

Nummer 3: „ Knobi-Fliegenspray“

Als Zutaten benötigt ihr:

  • 500 ml Apfelessig
  • 500 ml schwarzen Tee
  • 12 Knoblauchzehen
  • 4 ml ätherisches Öl nach Wahl (Zitronenöl, Eukalyptusöl, Teebaumöl oder Lavendelöl)
Zubereitung:

Knoblauch schälen und mit einer Knoblauchpresse ausdrücken. Wenn ihr keine zur Verfügung habt, kann man die Knoblauchzehen auch mit einer Gabel zerdrücken. Das ganze dann zum Schwarzen Tee und Essig geben und das Gemisch 2-3 Tage stehen lassen. Nach 2-3 Tagen den Knoblauch absieben und 4 ml des gewählten Öls dazugeben. Alles gut durchschütteln und die Mischung in eine Sprühflasche abfüllen.

Anwendung:

Schüttel die Flasche vor jeder Anwendung gut durch, sprühe dein Pferd Großzügig ein.

Ich habe ja gesagt, es geht noch schlimmer und ein Besuch beim Griechen ist nichts gegen den Geruch von diesem Fliegenspray. Die Wirkung kann ich nicht groß beurteilen, da ich es nicht länger als 5 Tage Benutzt habe. Mich hat es auf jeden Fall abgehalten! 😉

Nummer 4: „ZAMBAIL-Fliegenspray“

Als Zutaten benötigt ihr:

  • 1 Liter Schwarztee
  • 1 Liter Apfelessig
  • 2 Knoblauchzehen gequetscht
  • 1 Zitrone
  • 4 ml Teebaumöl*
  • 4 ml Nelkenöl*
  • Nach 24h: 3-4 Liter Wasser zum Verdünnen
Zubereitung:

Als Basis werden schwarzer Tee und Bio-Apfelessig im Verhältnis 1 zu 1 gemischt. Zusammen mit den Knoblauchzehen und der geschnittenen Zitrone wird alles aufgekocht und 24 -48 Stunden stehen gelassen. Dann wird die Mischung abgesiebt und die Öle dazu gegeben und mit bis zu 3 Litern Wasser verdünnt und gut geschüttelt.

Anwendung:

Schüttelt die Flasche vor jeder Anwendung gut durch und sprüht euer Pferd großzügig ein.

Ich finde der Geruch lässt sich aushalten, ist aber durch den Knoblauch nicht meins und deswegen habe ich weiter experimentiert. Die Wirkung war sehr gut.

Nummer 5: „ Luxus-Fliegenspray“

Als Zutaten benötigt ihr:

  • 1 Liter Schwarztee
  • 1 Liter Bio Apfelessig
  • 1 Liter Wasser
  • 4 ml Nelkenöl
  • 4 ml Teebaumöl
  • 5 ml Lavendelöl
  • 5 ml Zitronenöl oder Eukalyptusöl
  • 10 ml Neemöl

Zubereitung:

Koche 1 Liter Schwarzen Tee zerdrücke darin die zwei Knoblauchzehen und lasse es abkühlen. Gebe dann den Rest dazu und lasse alles in einem geschlossenen Gefäß über nacht ziehen.

Ihr Könnt dem Fliegenspray auch 4 ml Eukalyptusöl hinzugeben. Allerdings bin ich vorsichtig mit den ätherischen Ölen, da diese auch zu Hautreizungen führen können. Deswegen würde ich das Fliegenspray immer im Wechsel mit Zitronenöl oder Eukalyptusöl ansetzen.

Anwendung:

Schüttelt die Flasche vor jeder Anwendung gut durch, sprüht euer Pferd großzügig ein. Ihr könnt zum auftragen auch eine Schwamm benutzen.

Der Geruch ist gewöhnungsbedürftig, aber für mich völlig in Ordnung. Wenn euch der Geruch nicht stört könnt ihr dieser Mischung 4-5 Knoblauchzehen hinzugeben. Das soll zusätzlich die Zecken abhalten.

Mit diesem Fliegenspary habe ich bisher die beste Wirkung erzielt.

Mein Tipp:

Ihr könnt die ganz oben erwähnten ätherischen Öle ganz nach euren Wünschen zusammenstellen und bunt mischen. Schaut was bei euch am besten wirkt. Wichtig ist jedoch, dass die ätherischen Öle zusammen mit dem Neemöl nur 1 % der Flüssigkeit ausmachen, rein natürlich sind und ihr euch auf 4 beschränkt.

Das Neemöl tausche ich nicht aus. Ich mache mir seine desinfizierenden Wirkung zu nutze und kann damit den Heilungsprozess von z.B.: Zeckenenbissen, Insektenstichen, Ekzemen, etc. beschleunigen. Außerdem wirkt es sich positiv auf Haut und Haar aus.

Mein Fazit:

Ich habe gelernt, auch beim Fliegenspray gilt: Teuer ist nicht gleich gut!

Um ein effektives Fliegenspray im Schrank zu haben, muss man nicht zwingend viel Geld ausgeben oder auf jede Menge Chemie zurückgreifen!

Ein letzter Tipp von mir. Ich und NED sind gern mal länger im Gelände unterwegs und deswegen habe ich immer eine kleine Sprühflache dabei, in diese ich mein selbst gemachtes Fliegenspray gefüllt habe.

Wer auf das ganze selber machen keine Lust hat, aber auf Chemie verzichten will, dem kann ich die Produkte von PARISOL sehr empfehlen. Das Pferdedeo und auch das Brummer Control waren selbst im Offenstall bei uns sehr zuverlässig.