Das ist keine endgültige Auflistung sonder nur ein Auszug der giftigen Pflanzen. Wenn euch eine Pflanze auf der Weide oder beim ausreiten nicht bekannt sein sollte, schlage ich euch vor, diese zu Googeln oder (so mache ich es) eine App zu benutzen, die durch Fotografieren der Pflanze euch alle Infos zu dieser auflistet. Bei mir hat sich die App Plantnet durchgesetzt. Sie erkennt zwar nicht alle Pflanzen aber ich hatte immer Anhaltspunkte wonach ich dann das „word wide web“ durchforsten konnte.

Wie bei fast jedem Gift kommt es auf die Menge an . So kann eine Giftpflanze auch sehr gering dosiert als Heilpflanze verwendet werden. Dies würde ich aber niemals allein machen sondern stets einen Fachmann mit Erfahrung hinzuziehen. Es gibt einige Giftpflanzen, da müssen die Pferde schon sehr viel fressen, bis eine Vergiftung hervorgerufen wird. Die genaue Menge richtet sich natürlich immer nach dem Gewicht und nachdem Gesundheitszustandes des Pferdes. Ich habe bewusst keine Mengenangaben mit beigeschrieben, da diese doch stark voneinander abweichen. Ich handhabe es so, dass ich mein Pferd von all diesen Pflanzen fern halte um kein Risiko einzugehen

Mir hat mal jemand gesagt. „Alles was gelb ist, davor musst du dich im Bezug auf dein Pferd in Acht nehmen!“ Damit hatte er gar nicht so unrecht.

Blauer Eisenhut

Die wohl giftigste Pflanze in Mitteleuropa ist der Blaue Eisenhut. Alle Teile der Pflanze enthalten Giftstoffe. Die Pflanze wächst unter anderem auf feuchten Weiden. Der Tod des Pferdes tritt durch Atemlähmung oder Kreislaufversagen ein.

Die Giftpflanze ist als Zierpflanze in Gärten und Parks sowie auf feuchten Weiden sowie auf Hochgebirgswiesen, Gebirgswälder und an Ufern zu finden.

Sehr geringe Mengen der frischen Pflanzenteile wirkt tödlich.

Fingerhut

Der Fingerhut ist eine für Pferde hoch giftige Pflanze. Diese Pflanze enthält unter anderem Digitalis in hoher Konzentration. Pferde können bereits nach dem Fressen einiger weniger Blüten sterben. Deshalb muss im Vergiftungsfall umgehen der Tierarzt benachrichtigt werden.

Der rote Fingerhut gehört zu den Wegerichgewächsen und wächst verbreitet in lichten Wäldern und Gebirgslagen oder auch als Zierpflanze in Gärten und Parkanlagen. 

Sehr geringe Mengen der getrockneten sowie frischen Pflanzenteile wirken tödlich.

Schwarzes Bilsenkraut, Schwarze Tollkirsche und Stechapfel

Diese zu den Nachtschattengewächsen gehörenden Pflanzen sind hochgiftig. Die Pflanzen enthalten die so genannte Alkaloide, die eine gefährliche Giftwirkung entfalten können. Schon bei der Aufnahme einer geringen Menge können sie weiten Pupillen, trockenen Schleimhäuten, Schluckstörungen, Sehstörungen, beschleunigtem Puls, Unruhe und Krämpfen führen. Sie führen zu Lähmungen im zentralen Nervensystem und wirken in höherer Konzentration durch Atem- oder Muskelstillstand tödlich.

Zu finden sind diese Nachtschattengewächse in Bergwälder sowie in lichten Laubwäldern und an Waldwegen.

Sehr geringe Mengen der frischen Pflanzenteile wirkt tödlich.

Goldregen

Enthalten sind als Giftstoffe die Alkaloide Cytisin, Laburnin, Laburnamin, N-Methylcytisin, die auch in getrocknetem Zustand toxisch sind. Als Symptome bei einer Vergiftung durch Goldregen hat das Pferd Schweißausbrüche, zittert und atmet schwer, hat einen hohen Blutdruck und einen schnelleren Puls.

Bei uns wächst der Goldregen fast nur angepflanzt in Gärten und Parks.

Geringe Mengen der Pflanze wirken tödlich.

Jakobskreuzkraut

Das stark giftige Johanneskreuzkraut kommt erst seit wenigen Jahren auf unseren Weiden vor. Seine Giftigkeit beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen. Die Pflanze ist nicht nur im frischen Zustand giftig, da die Alkaloide auch im Heu nicht abgebaut werden. Im getrocknete Zustand verliert die Pflanze auch ihren Geschmack weswegen die Pferde sie ohne weiteres fressen.

Geringe Mengen der getrockneten und frischen Pflanzenteile wirken tödlich.

Johanniskraut

Johanniskraut enthält direkt mehrere giftige Stoffe, die beim Verzehr toxisch wirken. Gerbstoffe, ätherische Öle und phototoxisches Hypericin können beim Verzehr Schwellungen, Entzündungen an Haut, Kinn oder Lippen sowie Unruhe hervorrufen.

Diese Pflanze findet sich überwiegend an Waldrändern und auf feuchten Wiesen.

Eine geringe Menge kann für ein Pferd tödlich sein.

Herbstzeitlose

Die Herbstzeitlose ist auch noch im trockenen Zustand (Samen) giftig. Colchicin ist das enthaltene Gift und dies ist dem bekannten Arsen sehr ähnlich. Diese Pflanze ist äußerst giftig. Nach dem Verzehr dieser Giftpflanze können folgende Symptome auftreten: Nahrungsverweigerung, Schwitzen, extremer Speichelfluss, Koliken und blutiger Durchfall, Kreislaufstörungen und Lähmungserscheinungen.

Bei der Herbstzeitlose handelt es sich um eine Pflanze, die feuchte Weiden und Wiesen als Standort bevorzugt.

Eine niedrige Menge kann für das Pferd tödlich sein.

Graukresse

Die Graukresse gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Die Pflanze ist sowohl frisch als auch im getrockneten Zustand toxisch für Pferde. Die Graukresse enthält den Giftstoff Senfglycoside.

Die Aufnahme von Graukresse kann bei Pferden unter anderem zu Apathie, Dehydration, Mattheit, Ödemen an den Gliedmaßen, Bewegungsunlust, Steifigkeit, Fieber, Fressunlust und erhöhter Atem und Pulsfrequenz führen. Eine Vergiftung mit Graukresse kann zudem zu Fehlgeburten bei Pferden führen.

In unserem Raum ist die Graukresse auf Brachflächen, Schuttplätzen, Bahndämmen, Hafen und an Wegesrändern anzufinden.

Die Aufnahme großer Mengen kann auch den Tod des Pferdes zur Folge haben.

Sumpfschachtelhalm

Der Sumpfschachtelhalm enthält unter anderem die Toxine Alkaloide Palustrin und Palustridin.

Er löst bei Pferden die sogenannte Taumelkrankheit aus, die sich durch starke Erregung, Zuckungen der Kopfmuskeln, Bewegungsstörungen, Muskelzittern und Lähmungen der Hinterhand äußert. Pferde mit einer Neigung zu Stoffwechselstörungen sind besonders gefährdet.

Der Sumpfschachtelhalm kommt auf feuchten Wiesen und an Uferrändern vor.

Die Pflanze hat in größeren Mengen auch in Heu und Silage eine stark toxische Wirkung. Circa 20 % Sumpf-Schachtelhalm im Heu über ca. 1 Monat gefüttert, kann zu einer tödlichen Vergiftung führen.

Gefleckter Schierling

In der Pflanze ist das Gift Coniin in allen Teilen enthalten. Beim Verzehr kann es beim Pferd zu Muskelschwäche, erhöhtem Puls, Lähmungen und Krämpfen kommen.

Der Gefleckte Schierling wächst auf Brachland, an Wegen, auf Äckern und auch in Gärten.

Eine niedrige Menge kann für das Pferd tödlich sein.

Klatschmohn

Zu den Pflanzen, die für unsere Pferde giftig sind, zählt auch der wunderschön aussehende Klatschmohn. Alle Teile der Pflanze besonders der Milchsaft sind für unsere Pferd giftig. Die Pflanze enthält den Giftstoff Alkaloid Rhoeadin der auch im getrockneten Zustand nachzuweisen ist. Bei einer Vergiftung können bei Pferden nervöse Erregungszustände, Magen- und Darmbeschwerden, Unruhe, Schreckhaftigkeit, epileptische Krämpfen und zur Bewusstlosigkeit auftreten.

Der Klatschmohn wächst auf Wiesen, Getreidefeldern, Äckern, Schuttplätzen und Wegen.

Die Pflanze ist giftig, Eine erhöhte Menge kann für das Pferd tödlich sein.

Hahnenfuß

Der Hahnenfuß kommt häufig vor ist aber sehr bitter und wird meist (aber nicht immer!) von Pferden gemieden. Erst im getrockneten Zustand verliert er seine Giftstoffe.

Der Hahnenfuß enthält Stoffe, die stark reizend auf Haut und Schleimhäute wirken. Bei Aufnahme kommt es zu Reizungen der Magen- und Darmschleimhäuten, Krämpfen und Durchfällen. Im weiteren Verlauf kann es zu Nierenentzündungen, Störungen des Nervensystems sowie zu Atemlähmungen kommen.

Die Pflanze ist auf vielen Weiden und Wiesen beheimatet.

Die Aufnahme großer Mengen kann auch den Tod des Pferdes zur Folge haben.

Wolfsmilch

Alle Teile der Pflanze sind giftig, besonders giftig sind die Samen. Die Toxische Wirkung bleibt auch im getrocknetem Zustand erhalten. Die Symptome die bei einer Vergiftung auftreten können sind unter anderem blutiger Durchfall, blutiger Urin, Muskelzittern, Taumeln, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Kreislaufkollaps, bei Augenkontakt starke Horn- und Bindehautentzündung und gar zur Erblindung führen.

Die Wolfsmilch wächst vermehrt an Wegränder, auf trockene Wiesen, Äckern, Waldlichtungen oder in unseren Gärten.

Die Menge der Dosis die zur Vergiftung oder sogar zum Tod führt ist bisher nicht bekannt.

Lupine

Lupinen kommen in verschiedenen Farben vor. Für Pferde ist die gesamte Pflanze giftig, die größte Gefahr geht aber von den Samen aus. Seine Giftigkeit beruht auf der Wirkung des Lupinin und Spartein. Die Symptome einer Vergiftung sind sind erhöhter Speichelfluss, Magen- und Darmbeschwerden, Unruhe, Zittern und Atemnot, Schluckbeschwerden, beschleunigter Puls und Kreislaufstörungen. Bei schwerer Vergiftung treten auf und es kann zu einer Lähmung des Atemzentrums führen, die das Pferd ersticken lassen.

Lupinen wachsen an Waldrändern und Böschungen, häufig als Zierpflanzen in Gärten, und sie werden auch als Wildfutter angepflanzt.

Die Menge der Dosis die zur Vergiftung oder sogar zum Tod führt ist bisher nicht bekannt.

Pfaffenhütchen

Alle teile der Pflanze sind stark giftig, besonders die Zweigspitzen und die Früchte. Die Symptome die bei einer Vergiftung auftreten können sind unter anderem Verstopfung die auch zu einer Kolik führen können, Anstieg der Körpertemperatur, Kreislaufstörungen, Kurzatmigkeit, Krämpfe und Herzrasen. Der Tod kann durch Herzversagen (innerhalb weniger Tage nach Fressen von Zweigspitzen möglich) eintreten.

Das Pfaffenhütchen wächst an Waldränder, Hecken, Gebüsche, Parks und an feuchte schattige Orten.

Die Menge der Dosis die zur Vergiftung oder sogar zum Tod führt ist bisher nicht bekannt.

Gudelrebe / Gundermann

Zu den Pflanzen, die für unsere Pferde äußerst giftig sind, zählt auch die Gundelrebe. Eine niedrige Menge kann für das Pferd tödlich sein. Selbst im Heu bleibt die Pflanze noch bis zu drei Monate lang toxisch. Bei einer Vergiftung können bei Pferden geweitete Pupillen, Schweißausbrüche, Muskelzittern, beschleunigte Atmung, Husten, Herzrasen sowie aus Maul und Nase austretender Schleim und Schaum auftreten. Auch Fieber kann durch die Gundelrebe ausgelöst werden. Der Tod kann durch Herzstillstand eintreten.

Die Gundelrebe wächst auf Wiesen, in Wäldern und im Gebüsch. Auch an Zäunen und Mauern ist sie zu finden.

Die Pflanze ist giftig, Eine erhöhte Menge kann für das Pferd tödlich sein.

Sumpfdotterblume

Die Sumpfdotterblume gehört zu den Hahnenfußgewächsen. Die für Pferde giftige Pflanze wird vor allem zum Problem, wenn sie auf einer Weide massenhaft auftritt und die Pferde nicht mehr selektieren können. Im getrockneten Zustand im Heu verliert sie ihre Giftigkeit. Vergiftungserscheinungen sind Speichelfluss, Magen-Darm-Krämpfe, blutiger Harn, Entzündung der Nieren und Hautreizungen.

Sie bevorzugt feuchte Standorte wie Bachläufe, Flussufer und staunasse Wiesen.

Die Menge der Dosis die zur Vergiftung oder sogar zum Tod führt ist bisher nicht bekannt.

Adlerfarn

Der Adlerfan enthält hohe Anteile von Blausäureblycoside und Thiaminasen, durch die beim Pferd das Vitamin B1 im Körper zerstört wird. Daraus resultiert ein Mangel, der eine Ataxie oder die Störung des zentralen Nervensystems zur Folge haben kann. Des Weiteren können die im Adlerfarn enthaltenen Glycoside krebserregend sein.

Du findest den Adlerfarn in Mitteleuropa häufig an Waldrändern und belichteten Wäldern.

Eine niedrige Menge gefressen über einen Zeitraum von ca. eines Monats der frischen Pflanzenteile kann tödlich wirken

Frühlingsblüher wie Narzissen, Maiglöckchen, Krokus, Märzenbecher, Hyazinthe, Schneeglöckchen, etc.

Die enthaltenen Inhaltsstoffe dieser Frühlingsblüher sind für Pferde stark giftig, sie können auch lebensbedrohlich bis tödlich sein. Für Pferde ist grundsätzlich die ganze Pflanze giftig, vor allem aber die Zwiebel. Das gilt sowohl für die Wildform als auch die Zuchtformen. Durch die Giftstoffe können bei Pferden Magen- und Darmbeschwerden, einhergehend mit Durchfall, Krämpfe, Benommenheit und Teilnahmslosigkeit, beschleunigte Atmung und verlangsamter Herzschlag auftreten. Dies bewirkt, dass der Tod durch Herzstillstand eintreten kann.

Frühlingsblüher zeigen sich bereits früh im Jahr etwa zwischen Februar und Mai und wachsen gern in Laub- und Kieferwäldern und sind auch oft in unseren Gärten ,Wiesen oder in Parkanlagen zu sehen.

Eine niedrige Menge kann für das Pferd tödlich sein.

Ich möchte ganz am Ende noch einmal darauf hinweisen, dass jeder die Verantwortung für sein Pferd allein trägt und ich für diese Angaben keine Haftung übernehme.